DigitalSchoolStory

An der FAU: Vierte Durchführung (2026), dritte Durchführung (2025, Doku auf LinkedIn), zweite Durchführung (2024), erste Durchführung (2023).


DigitalSchoolStory in der Hochschullehre

Die vierte Durchführung von DigitalSchoolStory (DSS) erfolgt im Sommersemester 2026 in der Veranstaltung „Grundlagen der Wirtschafts- und Berufspädagogik“ (GWB). Die Veranstaltung richtet sich an Studierende im ersten Fachsemester verschiedener Bachelorstudiengänge. DigitalSchoolStory (DSS) ist eine Lernmethode und Bildungsinitiative, bei der Lernende reguläre fachliche Inhalte in kurze Social-Media-Videos transformieren. Ziel ist die Verbindung fachlicher, medialer und reflexiver Lernprozesse. Mehr auf der Webseite der Initiative.


Rahmendaten der Durchführung

SemesterSommersemester 2026
VeranstaltungGrundlagen der Wirtschafts- und Berufspädagogik (GWB)
ZielgruppeStudierende im ersten Fachsemester verschiedener Bachelorstudiengänge
Arbeitsform20 sogenannte „Squads“ mit jeweils 3–5 Studierenden
Veranstaltungsformat13 Plenumssitzungen à 90 Minuten
PrüfungsformDSS-Leistungen als Bestandteil eines Prüfungsportfolios
Weitere Prüfungsleistungenu.a. Mikroteachings (Planung, Durchführung und Dokumentation von Unterrichtssequenzen) sowie Klausur
ArbeitsweiseSelbstorganisierte agile Gruppenarbeit mit sprintbasierter Struktur

Was ist DigitalSchoolStory?

DigitalSchoolStory (DSS) verbindet fachliches Lernen mit Medienbildung. Lernende transformieren regulär vorgesehene Inhalte in kurze Social-Media-Videos im Stil von TikTok oder Instagram Reels. Die Videos dienen nicht primär der Unterhaltung, sondern der adressatenorientierten Reduktion, Visualisierung und Kommunikation komplexer Inhalte.


Fachliche Grundlage von DigitalSchoolStory bei uns

Die DSS-Videos basierten auf ausgewählten Konzepten aus der Veranstaltung „Grundlagen der Wirtschafts- und Berufspädagogik“ sowie auf dem zugehörigen Open-Access-Lehrbuch.

Das Lehrbuch „Einführung in die Berufs- und Wirtschaftspädagogik“

Die 4. Auflage der Einführung in die Berufs- und Wirtschaftspädagogik strukturiert 219 zentrale Begriffe („GWB-Konzepte“) entlang von zwölf Lerneinheiten – gedacht für ein Semester zu Beginn eines Bachelorstudiums in der Berufs- und Wirtschaftspädagogik. Das Lehrbuch wird parallel von den Studierenden im Selbststudium erarbeitet, im Plenum und in Übungen vertieft.

  • Verortung didaktischer Situationen
  • Kompetenzerwartungen
  • Professionelles Lehrhandeln
  • Analyse von Mikro-, Meso- und Makrobedingungen
  • Unterricht, Schule und Berufsbildungssystem

  • wirtschaftliche und organisationale Rahmenbedingungen
  • Personalmanagement
  • arbeitsprozessbezogenes Lernen
  • Führung und Personalentwicklung

  • Erkenntnisinteressen und Demarkationsproblem
  • qualitative und quantitative empirische Zugänge
  • Gütekriterien
  • historische und normative Berufsbildungsforschung
  • Wissenschaft als soziales System
  • Zusammenspiel von Wissenschaft, Praxis und Politik in der Berufsbildung

Download: https://www.bwp-erkunden.de


Grundsätzliche didaktische Anlage

Die Studierenden arbeiten während des Semesters weitgehend selbstständig in ihren Squads. Die Plenumssitzungen dienten insbesondere:

  • der Einführung neuer Arbeitsphasen,
  • der Rückmeldung zu DSS-Leistungen bzw. Zwischenergebnissen,
  • der methodischen und technischen Unterstützung,
  • der Reflexion der Zusammenarbeit,
  • sowie der fachlichen Vertiefung.

DSS ist dabei nicht die alleinige Struktur der Veranstaltung, sondern ein integrierter Bestandteil eines breiteren didaktischen Konzepts. Die Durchführung ist sprintbasiert organisiert und orientiert sich an agilen Arbeitsweisen. Die Arbeitsprozesse der Squads werden regelmäßig durch Retrospektiven begleitet.

Ziele von DSS in der Berufs- und Wirtschaftspädagogik an der FAU

Das Studium der Berufs- und Wirtschaftspädagogik soll aus wissenschaftlicher Grundlage zu einer schulischen und betrieblichen pädagogischen Tätigkeit befähigen. Die durch DSS adressieren Ziele betreffen sowohl die Kompetenzerwartungen, die Methoden und Medien, aber auch die Bedingungen pädagogischer Felder in diesen Bereichen.

Die drei Sprints

Sprint I

Themenerschließung, Thesenbildung und Storyboard

  • Recherche zu einem GWB-Konzept
  • Verdichtung zentraler Aussagen zu Thesen
  • Erstellung von Storyline und Storyboard
  • Retrospektive

Sprint II

Videoproduktion (Alpha- und Beta-Version)

  • Dreh & Schnitt
  • Feedback
  • iterative Überarbeitung
  • Retrospektive

Sprint III

Finalisierung des Videos und Präsentation

  • Finalisierung der Videos
  • Filmcontest
  • Präsentation und Diskussion
  • Retrospektive
  • Nutzung der Videos zur Klausurvorbereitung

Semesterverlauf

14.04.2026 – Kick-off und Start von Sprint I

Einführung in die Gesamtveranstaltung sowie in das Konzept von DSS. Die Studierenden wurden bewusst nach dem Zufallsprinzip den Squads zugeordnet. Jeder Squad erhielt ein spezifisches GWB-Konzept als Arbeitsgrundlage.

  • Einführung in DSS
  • Vorstellung der Prüfungsleistungen
  • Einführung in agile Arbeitsformen
  • Erläuterung der Zielkompetenzen
  • Start von Sprint I

In der Veranstaltung erfolgte die Begründung der Kompetenzen, die mit DSS verfolgt werden. DSS ist nur ein Teil der Veranstaltung.

21.04.2026 – Agiles Arbeiten und Retrospektiven

Neben anderen Elementen – DSS ist nur ein Teil der Veranstaltung – erfolgte eine Vertiefung von Konzepten aus der ersten Lerneinheit des Lehrbuchs mit Bezug zu Social Media.

  • Wiederholung und Vertiefung agiler Arbeitsweisen
  • Einführung in analoge und digitale Retrospektiven
  • Vorbereitung der Retrospektiven in DSS
  • Praktische Kooperationsübung: stillschweigender Bau eines freistehenden Turms innerhalb von fünf Minuten

Beispiele fachlicher Vertiefung:

  • „Gläserne Decke“ (Lehrbuch, Lerneinheit 1)
  • Manosphere (misogyn geprägtes Online-Ökosystem)

Sprint I lief parallel weiter.

28.04.2026 – Thesenpräsentationen und Storytelling

Vor der Sitzung luden die Studierenden ihre Thesenpräsentationen auf die Lernplattform der Universität hoch. Die Studierenden haben ihr GWB-Konzept auf eine Reihe ausgewählter Thesen heruntergebrochen und ansprechend auf maximal einer PPT-Folie dokumentiert. Sie müssen sich vertieft mit dem GWB-Konzept auseinandersetzen um dieses zu reduzieren. Ein Beispiel zum GWB-Konzept „Kriterienraster“.

Die Präsentationen wurden im Plenum diskutiert und sowohl durch Mitstudierende als auch durch den Dozenten feedbackorientiert begleitet.

In einem weiteren Teil erfolgte eine Erörterung grundsätzlicher Gestaltungselemente von Storys und Videos im Social-Media-Format.

  • Grundelemente von Storys
  • Bedeutung des Storytellings
  • Hooks und Tone of Voice
  • Prompting-Strategien mit KI
  • Gestaltung von Social-Media-Videos

Damit wurde auch der Anwendungsbezug für die Erörterung grundsätzlicher AI-Prompting-Strategien erwogen

  • Quick&Dirty-Prompting (spontane, knappe Eingaben ohne Iteration)
  • Prompt-Engineering (gezielte Strukturierung und Optimierung von Prompts)
  • Exploratives Prompting (KI nach Anforderungen für bessere Ergebnisse fragen)

Die Studierenden sollen in DSS KI einsetzen und die Prozesse und Ergebnisse kritisch reflektieren, zum Teil mit Untestützung des Dozenten. Zudem erfolgte eine vergleichende Analyse verschiedener Social-Media-Plattformen anhand folgender Kriterien:

  • Datenschutz und Datensicherheit
  • Jugendschutz und Suchtpotenzial
  • schädliche Inhalte
  • Desinformation und Extremismus
  • Zensur und Diskriminierung
  • riskante neue Features

05.05.2026 – Plenum ohne direkten DSS-Bezug

Die Sitzung hatte keinen unmittelbaren DSS-Schwerpunkt. Sprint I lief jedoch parallel weiter.

  • Storylines
  • Storyboards
  • erste Konzeptideen
  • Verdichtung fachlicher Inhalte

12.05.2026 – Feedback zu Storyboards und Start von Sprint II

Am Ende von Sprint I reichten die Studierenden ihre Storylines und Storyboards ein. Sie nutzen dazu die Vorlagen für Storyboard und Story von DSS. Die Studierenden geben sich in der Veranstaltung im Rahmen von drei Feedback-Runden gegenseitig Rückmeldungen zu ihren Storys und Storyboards. Die Organisation erfolgt in wechselnden Zweier- beziehungsweise vereinzelt Dreierkonstellationen zwischen den Squads. Ziel ist es, unterschiedliche Perspektiven auf die fachliche, narrative und mediale Gestaltung der Beiträge zu ermöglichen sowie die iterative Weiterentwicklung der Konzepte zu unterstützen.

Für die Feedbackphasen werden den Studierenden vier zentrale Dimensionen mit entsprechenden Leitfragen vorgegeben.

  • Fachlichkeit: Wird das GWB-Konzept korrekt und verständlich dargestellt?
  • Storytelling: Ist die Geschichte nachvollziehbar und interessant?
  • Social-Media-Logik: Wirkt das Format wie ein Social-Media-Video?
  • Wirkung: Bleibt die zentrale Botschaft hängen?

Die Feedbackstruktur dient damit nicht nur der Optimierung einzelner Produkte, sondern zugleich der Reflexion der Verbindung von fachlicher Konzeptarbeit, medialer Gestaltung und adressatenorientierter Kommunikation.

Zum Abschluss von Sprint I reflektierten die Teams ihren bisherigen Arbeitsprozess in einer etwa 30-minütigen Retrospektive.

Mit dieser Sitzung begann Sprint II.

Der zweite Sprint umfasste insbesondere:

  • Dreh und Schnitt
  • Produktion einer Alpha-Version
  • Überarbeitung zur Beta-Version

Zusätzliche Inhalte vom Dozenten im Plenum erörtert:

  • Hinweise zum Urheberrecht (z.B. CC-Lizenzen, Suche nach CC-Material)
  • Erfahrungen mit Videoediting-Tools
  • niedrigschwellige Produktionsansätze
  • Fokus auf kreative Ideen statt technischer Perfektion (Videos sollen mit Bordmitteln des Smartphone produziert werden)

19.05.2026 – Social-Media-Aktivismus

Aussprache mit Jess (Instagram: theirnameistjess) zu queeren digitalen Öffentlichkeiten, Transpersonen im Bildungssystem und digitalem Aktivismus.

Ziele

  • queere digitale Öffentlichkeiten
  • Transpersonen im Bildungssystem
  • digitaler Aktivismus
  • Sichtbarkeit marginalisierter Gruppen

21.05.2026 – Sonderveranstaltung (freiwillig): Kongress „Social Media – Bildung – Integrität“

Die Studierenden können online oder in München den Kongress besuchen. Auf dem Kongress „Social Media – Bildung – Integrität“ wird das Gutachten des Aktionsrates Bildung vorgestellt und mit Vertreter*innen aus Politik, Wissenschaft, Bildungspraxis und Wirtschaft über die zentralen Ergebnisse und Empfehlungen diskutiert.

Download des Gutachtens: www.aktionsrat-bildung.de

02.06.2026 – Feedback zur Alpha-Version

Vor der Sitzung luden die Teams (squads) ihre erste Video-Version (Alpha-Version) auf die Lernplattform hoch. Die Videos wurden gesichtet und durch studentisches Peer-Feedback begleitet. Im Zentrum standen drei leitende Feedbackdimensionen:

  • Fachlichkeit und Verständlichkeit: Wird das GWB-Konzept fachlich plausibel, verständlich und angemessen reduziert dargestellt?
  • Audiovisuelle und Social-Media-Umsetzung: Unterstützen Story, Bildsprache, Schnitt, Sprache und Formatlogik die Wirkung als Social-Media-Video?
  • Wirkung und Kohärenz: Bleiben zentrale Aussagen hängen und wirken Inhalt, Story und Gestaltung bereits stimmig zusammen?

Die Feedbackphase diente der formativen Weiterentwicklung der Videos im Übergang von der Alpha- zur Beta-Version. Neben konkreten Verbesserungshinweisen wurden insbesondere Verständlichkeit, adressatenorientierte Reduktion und die Verbindung fachlicher Inhalte mit typischen Gestaltungsformen kurzer Social-Media-Videos reflektiert.

Das Feedback zur Alpha-Version umfasste jedoch nicht die gesamte Sitzung. Auf der Grundlage des Gutachtens des Aktionsrats Bildung, das bereits in der Sonderveranstaltung „Social Media – Bildung – Integrität“ thematisiert worden war, wurden zudem Potenziale und Risiken sozialer Medien im Bildungskontext diskutiert. Besprochen wurden zentrale Handlungsempfehlungen für einen reflektierten und verantwortungsvollen Einsatz sozialer Medien in Bildungszusammenhängen. Außerdem wurden einige Konzepte aus dem Lehrbuch vertieft.

09.06.2026 – Sitzung ohne direkten DSS-Bezug

Sprint II lief parallel weiter.

  • Überarbeitung der Videos
  • Schnitt
  • Audio
  • Feinkonzeption
  • technische Optimierung

16.06.2026 – Feedback zur Beta-Version und Start von Sprint III

Die Beta-Versionen wurden im Plenum präsentiert und diskutiert.

  • Peer-Feedback
  • Feedback durch den Dozenten
  • Reflexion zu Dreh und Schnitt
  • Upload der Videos über die Lernplattform

Zum Abschluss von Sprint II führten die Teams erneut eine Retrospektive durch. Anschließend begann Sprint III zur Finalisierung der Videos.

23.06.2026 – Sitzung ohne direkten DSS-Bezug

Die Gruppen arbeiteten parallel an der Finalisierung ihrer Videos.

30.06.2026 – Filmcontest

Die finalen Videos wurden im Rahmen eines Filmcontests präsentiert.

  • öffentliche Präsentation der Videos
  • Diskussion der Ergebnisse
  • Prämierung ausgewählter Beiträge
  • Nutzung der Videos zur Klausurvorbereitung

Die entstandenen Kurzvideos dienten damit nicht nur als Prüfungsleistung, sondern zugleich als studentisch generiertes Lernmaterial.

07.07.2026 – Sitzung ohne DSS-Bezug

Keine direkte DSS-Arbeit.

14.07.2026 – Abschluss und Klausur

Die letzte Sitzung diente der Durchführung der Klausur sowie dem Abschluss der Veranstaltung.